2Habicht | Aspekte des Generationswechsels
Der nachhaltige Generationswechsel im Familienunternehmen findet persönlich mit allen Familienmitgliedern deren Interessen und Emotionen, in allen Bereichen der Unternehmensorganisation bis hin zur Weiterentwicklung des Geschäftsmodells statt.
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Wissen für alle, die sich beruflich oder privat mit den Themen Nachfolge und -übernahme von Familienunternehmen beschäftigen.

Nachfolgeplan und Familiencharta

Wie läuft die Nachfolge im Familienunternehmen ab?

Schritt 1: Frühzeitige Überlegungen
Der Unternehmer sollte möglichst drei bis fünf Jahre vor der eigentlichen Unternehmensnachfolge durchdenken, wie er vorgehen will. Sowohl das Profil des Nachfolgers sollte klar sein als auch für Notfälle vorgesorgt sein – etwa mit einem Testament oder entsprechenden Vollmachten. Gesellschaftsrecht, Erbrecht, Schuldrecht – in den Nachfolgeprozess spielen viele juristische Themen hinein. Zeit, sich zu informieren.

Schritt 2: Unternehmerische IST-Analyse
Hier geht es darum, das eigene Unternehmen systematisch zu analysieren. Was sind die Stärken und die Schwächen? Vor welchen Herausforderungen steht das Unternehmen in den kommenden zehn Jahren? Wie sind die finanziellen Rücklagen, wie ist der Cash Flow? Wie verändern sich der Markt und die Kunden? Auch die Rechtsform beeinflusst die steuerlichen Folgen der Nachfolge. ….weiter

Schritt 3: Private IST-Analyse
Auch die private finanzielle Situation sollte klar analysiert werden. Hierzu zählt die Altersvorsorge des Unternehmers, die Absicherung der Ehefrau, aber auch erbrechtliche Themen – etwa, wenn es verschiedene Erben gibt, die gleich oder eben auch unterschiedlich berücksichtigt werden sollen.

Schritt 4: Systematische Nachfolgesuche
Ein Unternehmer sollte bei der Suche nach einem Nachfolger geschickt vorgehen – sonst entsteht schnell Unruhe im Betrieb. Bei einer familieninternen Nachfolge muss der Junior frühzeitig aufgebaut werden. Er muss lernen, Gesamtverantwortung zu übernehmen. Bei einer externen Nachfolge sollten systematisch mehrere Kandidaten gesucht werden, damit möglichst ein Bieterwettbewerb entsteht. Unternehmensbörsen bieten dies häufig nicht.

Schritt 5: Vorbereitung des Unternehmens
Bei einer familieninternen Nachfolge muss der Gesellschaftsvertrag entsprechend angepasst werden. Möglicherweise macht eine Änderung der Gesellschaftsform Sinn. Auch ein Beirat kann gegründet werden – etwa, damit der Unternehmer auch nach seinem Rückzug noch Einfluss ausüben kann.

Schritt 6: Entscheidungsphase
Bei einer familieninternen Nachfolge muss der Gesellschaftsvertrag entsprechend angepasst werden. Möglicherweise macht eine Änderung der Gesellschaftsform Sinn. Auch ein Beirat kann gegründet werden – etwa, damit der Unternehmer auch nach seinem Rückzug noch Einfluss ausüben kann.

Schritt 7: Umsetzung
Neben den rechtlichen und steuerlichen Fragen ist es von Vorteil, wenn der Unternehmer nicht „spurlos“ verschwindet und sich Knall auf Fall zurückzieht. Denn das Unternehmen profitiert davon, wenn er seine Erfahrung mit einbringen kann. Dies kann auch in Form eines Beratervertrages geschehen, so dass der Inhaber für sein umfassendes Wissen und seine Erfahrung entsprechend honoriert wird.

 

Die Familiencharta als Grundlage der Nachfolgeplanung im Familienunternehmen?
Die Familiencharta, häufig auch Familienverfassung oder Familienprotokoll genannt, steht am Ende des Prozesses der Familienstrategie und am Anfang der von der Familie eigenständig praktizierten Family Governance. Die Familiencharta ist ein hilfreiches Instrument zur Stärkung des Zusammenhalts der Familie, zur Vermeidung von Streitpotenzial und zur Herbeiführung einer stärkeren Bindung der Familie an das Unternehmen. Sie ist die Festschreibung des Werte-, Ziele- und Rollenverständnisses der Unternehmerfamilie.

Die Verantwortung von Unternehmerfamilien erlaubt fast keine Alternative – denn es ist eine Bringeschuld der Familie gegenüber dem Unternehmen, stabil, funktionsfähig und somit stark zu sein. Die Familiencharta setzt hierbei den Rahmen sowohl für Strukturentscheidungen als auch für die konkrete Ausgestaltung gesellschaftsvertraglicher Regelungen.

Insbesondere ältere und größere Familienunternehmen mit einer komplexen Gesellschafterstruktur und Fremdmanagement sowie Aufsichtsgremien verfügen über eine Familiencharta. Die Familiencharta ist strikt vom Gesellschaftsvertrag zu trennen. Sie tritt dem Gesellschaftsvertrag als emotional bindende Leitlinie zur Seite und trägt dazu bei, künftigen Änderungen die Richtung vorzugeben. Die Familiencharta sollte rechtlich bindenden Verträgen oder Vertragsanpassungen vorausgehen.

 

Die Vorbereitung einer Unternehmensnachfolge!
Es ist für jeden Unternehmer wichtig, sich Gedanken über eine Nachfolge zu machen. Auch junge Unternehmer können von Krankheit oder Unfällen betroffen sein. So ist ein Notfallplan für jeden Unternehmer unerlässlich. Für die Vorbereitung einer (geplanten) Unternehmensnachfolge muss ein Übergeber zunächst seine unternehmerischen Ziele während des Inhaberwechsels und seine persönlichen Ziele für die Zeit nach der Übergabe festlegen. Dazu gehören u.a. Ziele zum Nachfolger, zur Altersvorsorge und zu zukünftigen Freizeitbeschäftigungen. Anschließend ist eine kritische Bestandsaufnahme dieser drei relevanten Bereiche vorzunehmen.

Ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin muss während der Vorbereitung prüfen, ob er oder sie den Anforderungen dieses Unternehmens fachlich und kaufmännisch gewachsen ist, Wissenslücken sollten durch Fortbildungsmaßnahmen geschlossen werden. Auch Nachfolgende müssen klare Zukunftsvorstellungen für das Unternehmen formulieren. Wenn mehrere Nachfolger zusammen übernehmen, ist es wichtig, dass sie einen Konsens für ihre Vorstellungen und die zukünftige Zusammenarbeit finden.

Schließlich muss das Unternehmen auf seine Übergabefähigkeit hin überprüft werden. Fragen beziehen sich hier vor allem auf den erhöhten Liquiditätsbedarf während der Übergabe, auf die Kooperation und Kompetenz der Mitarbeiter und die Dokumentation der wichtigsten Informationen und Abläufe für den Nachfolger. Am Ende der Bestandsaufnahme müssen die Interessen und Vorstellungen aller Beteiligten miteinander in Einklang gebracht werden. Dabei sollten auch potenzielle Konflikte und Probleme angesprochen werden.

 

Welche Chancen und welche Risiken hat eine Nachfolge?
Wer sich mit dem Gedanken beschäftigt, ein Unternehmen zu verkaufen, abzugeben oder zu übernehmen, sieht sich mit einer sehr großen Zahl von Informationsangeboten einerseits und offenen Fragen andererseits konfrontiert. Jede Unternehmensnachfolge beinhaltet viel Neues, mit dem sich ein Unternehmer und ein potentieller Nachfolger beschäftigen sollten. Dabei kann es in einem ersten Schritt schon helfen zu wissen, dass die Unternehmensnachfolge keine Aufgabe ist, der sich ein Unternehmer oder Nachfolger allein stellt. Es gibt eine Vielzahl hilfreicher Ansprechpartner und fundierter Informationsangebote. …sprechen Sie uns an!

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Veränderungsprozess und Nachfolgecoaching

Welche Faktoren sind sind beim Generationswechsel im Familienunternehmen von entscheidender Bedeutung ?
In einem Familienunternehmen ist der Unternehmer Fundament und Motor des Erfolges. Die Übergabe an einen Nachfolger ist daher schwierig und vielschichtig. Dabei stehen meist insbesondere erbrechtliche, steuerliche und betriebswirtschaftliche Fragen im Fokus. Doch alle Erfahrung zeigt: Für den Erfolg einer Betriebsübergabe sind vor allem die „weichen“ Faktoren von entscheidender Bedeutung.

Denn bei einer Nachfolge treffen die private und die geschäftliche Welt aufeinander. Familiäre Werte, Traditionen, persönliche Beziehungen und wirtschaftliche Interessen sind miteinander in Einklang zu bringen. Damit ist eine Nachfolge zuallererst ein sehr emotionaler Prozess. Der Nachfolger aus der Familie lernt z.B. die Rolle des Unternehmensführers einzunehmen. Der Nachfolger von außen lernt, sich auf die Spezifika des Unternehmens vorzubereiten und einzulassen.

 

Welche persönlichen Dinge spielen beim Übergangsprozess im Familienunternehmen eine große Rolle?
Führungswechsel, insbesondere in inhabergeführten Unternehmen, stellen eine große Herausforderung für alle Beteiligten dar. Einem Nachfolger Platz zu machen und sein über Jahre aufgebautes Unternehmen zu übergeben ist ein tiefgreifender Lebensschritt. Den Erwartungen des Vorgängers, in der engen Verflechtung des Familien-Unternehmens-Kontextes gerecht zu werden, stellt eine existenzielle Herausforderung dar. In vielen Fällen tritt die Nachfolgesituation unerwartet ein. Eine Nicht- oder Scheinregelung der Nachfolge kann die Zukunft des Unternehmens gefährden.

Die frühzeitige Einbeziehung eines Coaches kann potenziellen Konflikten nicht nur vorbeugen, sondern auch Emotionen konstruktiv in die Nachfolgeregelung mit einbeziehen. Die Unternehmerfamilie muss sich auf die veränderte Lebens- und Unternehmensphase einstellen können.

 

Changemanagement – Was ist die Herausforderung, wenn einer geht und alle anderen bleiben?
Obwohl die Mitarbeiter gerne als das größte Kapital des Unternehmens bezeichnet werden, erhalten sie im Veränderungsprozess einer Nachfolgeregelung oft die geringste Aufmerksamkeit. Die Ansätze der Berater orientieren sich überwiegend an steuerlichen, rechtlichen und finanzwirtschaftlichen Aspekten.

Die Unternehmensnachfolge ist ein tiefgreifender sozialer und kultureller Veränderungsprozess. Darin geht es sowohl um den Erhalt von Traditionen und Werten, als auch um Innovation und Veränderung. Entscheidend für den erfolgreichen Übergang ist hierbei die richtig Balance zwischen diesen auf den ersten Blick als gegensätzlich erscheinenden Pole. Der Erfolg des Generationswechsel wird davon bestimmt wie gut die bestehenden und neuen Dinge im Rahmen eines professionellen Changemanagements zusammengeführt werden können.

 

Warum psychologische und soziale Komponenten bei der Unternehmensnachfolge zu beachten sind!
Bei einer Unternehmensnachfolge werden die psychologischen und sozialen Komponenten häufig überschätzt. Dies liegt zum einen daran, dass die Beteiligten häufig über wenig Erfahrung auf dem Gebiet der Unternehmensnachfolge verfügen. Zum anderen wird oft nur vordergründig auf die Beziehung zwischen Übergeber und Übernehmer geachtet.

Von besonderem Interesse ist nicht nur die Beziehung zwischen Inhaber und Nachfolger, sondern auch zwischen weiteren Beteiligten: Dem Unternehmer und seiner Familie, den Mitarbeitern, den Lieferanten, den Kunden sowie sonstigen Ansprechpartnern (z.B. in der Hausbank).

Oftmals kann der Senior sein „Lebenswerk“ schwer loslassen. Vielfach sind Betriebe von der Persönlichkeit ihrer Inhaber stark geprägt. Herbeigeführte Änderungen des Nachfolgers können dann zu einem Problem werden. Daraus kann sich eine mangelnde innere Bereitschaft des Seniors entwickeln, sich mittel- und langfristig von seinem Unternehmen zu trennen.

Wenn ein Familienmitglied die Nachfolge antritt, kann noch ein Wandel im Rollenverständnis hinzukommen. Sukzessiv gibt der scheidende Inhaber seine Führungsposition an einen anderen, zumeist jüngeren, Nachfolger ab. Dies kann zu Differenzen bis hin zu Konflikten zwischen beiden Akteuren führen. Gerade bei Nachfolgeregelungen innerhalb der Familien gilt es, diesen Punkt nicht zu unterschätzen.

Eine Herausforderung kann auch die Phase der parallelen Unternehmensführung von Inhaber und Nachfolger sein. Der Nachfolger soll einerseits möglichst viel vom Übergeber und über das Unternehmen lernen, andererseits muss er bereits erste Entscheidungen treffen und Verantwortung übernehmen. Hier gilt der Tipp: Der Senior sollte möglichst maximale Zurückhaltung bezüglich der vom Nachfolger getroffenen Entscheidungen üben. Schließlich hat auch er einmal aus Fehlern gelernt.

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